Die Frauenquote, Teil 3: Viel Rauch um nichts!

Kleine und mittlere Unternehmen sind das Herzstück unserer Volkswirtschaften. Den Löwenanteil an der volkswirtschaftlichen Gesamtleistung generieren kleine und mittlere Unternehmen (KMU), und nicht Big Corporates wie VW, Nestlé, Novartis oder Bayer. Über 99% aller Unternehmen sind KMU, schreibt die Deutsche Bank über den internationalen Mittelstand in der Unternehmenswelt. Von den insgesamt 3’649’397 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen 99,3 Prozent zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Doch im Visier der Quotenbefürworter stehen lediglich grosskapitalisierte Werte, die an der Börse gehandelt werden. Damit schrumpft die Zahl der betroffenen Firmen auf etwas weniger als ein einziges Promille aller (Kapital)gesellschaften! Die Quotenfrage bewegt sich damit also in einem Mikrokosmos, der nicht einmal mehr die unternehmerische Wirklichkeit in unseren Volkswirtschaften angemessen repräsentiert!

Heute wird allgemein wie selbstverständlich ein Bogen zwischen den hohen Bildungsabschlüssen der Frauen und deren Untervertretung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft gespannt. Die Quotenfrage speist sich hauptsächlich aus der Tasache, dass Frauen heutzutage besser ausgebildet sind, als Männer. Also haben sie auch einen Anspruch auf eine höhere Vertretung in den Führungspositionen der Wirtschaft, so der allgemeine Tenor! Doch was genau lässt sich eigentlich daraus ableiten, dass Frauen mittlerweile höhere Bildungsabschlüsse als Männer haben? Richtig: Nur dass Frauen mittlerweile höhere Bildungsabschlüsse als Männer haben, mehr nicht! Über mögliche Karriereambitionen sagt dieser Umstand überhaupt nichts aus. Und über ausgebliebene- oder gar verpasste Karrierechancen schon gar nicht. Selbst die markante Untervertretung der Frauen bei Innovationen oder Neugründungen (siehe Teil 2) lassen sich damit nicht erklären! Es gibt keine geschlechterspezifische Korrelation zwischen Bildungsab-schlüssen, Führungspositionen und Unternehmensgründungen!

Trotzdem hat die grosse Koalisation in Deutschland beschlossen, dass die grössten deutschen Kapitalgesellschaften mit mehr als 2’000 Mitarbeitern ab 2016 mindestens 30 Prozent Frauen in ihren Aufsichtsräten haben müssen. Alles in allem handelt es sich hier um lediglich 3’500 Unternehmen- was angesichts der mehr als 3,6 Millionen Firmen aller Rechtsformen in Deutschland nicht einmal einem Promille aller Betriebe entspricht! In sämtlichen Unternehmen aus dem DAX, MDAX, SDAX und TecDAX gibt es schäz-zungsweise 2’000 Aufsichtsrats- und 800 Vorstandsposten. Im Durchschnitt kommen auf eine Firma 12 Aufsichtsräte. Die kleinsten Aufsichtsratsgremien haben 3 Mitglieder (United Internet AG, Rational AG, Wirecard AG u. a.) und die grössten jeweils 20 (z. B. Volkswagen AG, Commerzbank AG, ThyssenKrupp AG). Das bedeutet im Klartext, dass sich börsengelistete Konzerne in Deutschland bis 2016 auf die Suche nach gerade mal 174 zusätzlichen, weiblichen Aufsehern machen müssen, wie die deutsche Frauenministerin Manuela Schwesig ausgerechnet hat.

Die viel diskutierte und lautstark kritisierte Untervertretung des weiblichen Geschlechts in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft umfasst also im Endeffekt lediglich eine winzig kleine Gruppe von Frauen! Sobald diese 174 Frauen politisch korrekt installiert worden sind, geht es also im deutschen Wirtschaftsleben endlich absolut geschlechter-gerecht zu und her! Mit Verlaub: Aber das ist doch einfach lächerlich! Vereine wie ProQuote, die SPD, die Grünen oder Politikerinnen wie „Zensursula“ haben die ganze Öffentlichkeit, die Politik, die Wirtschaftsverbände, die Gewerkschaften und die Medien; Befürworter wie auch Gegner, jahrelang auf Trab gehalten und vor sich her getrieben, wie eine Schafherde- und jetzt ist sie endlich da, die Frauenquote: Sie umfasst ganze 174 Frauen! Hurra, möchte man da am liebsten rufen: Der Berg hat eine Maus geboren..!

Die Quotendiskussion wiederspiegelt auf geradezu exemplarische Art und Weise den heutigen Zustand der Geschlechterfrage: Sie bildet nur noch die Lebenswirklichkeit von gut bis sehr gut gebildeten- und verdienenden Frauen aus der oberen Mittelschicht ab! Hier geht es schon lange nicht mehr um Gleichberechtigung, sondern um knallharte Interessens- und Machtpolitik! Zudem suggeriert die Quote, dass Frauen in der Wirtschaft generell kaum Führungspositionen innehaben- was nachweislich falsch ist: Über alle Hierarchiestufen gerechnet, „(…) lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft 2010 bei 30 Prozent.“, wie dem Bundesministerium für alle ausser Männer zu entnehmen ist. Die ganze Diskussion um die Frauenquote ist in Wirklichkeit eine Scheindebatte und ihre Einführung reine Symbolpolitik! Wie es soweit kommen konnte, dass sie trotzdem auf so breiter gesellschaftlicher, politischer und medialer Ebene diskutiert wird, darüber kann nur spekuliert werden. Einen möglichen Erklärungsansatz dafür liefert Rainer Brüderle- wenn auch in einem ganz anderen Zusammenhang: „Mit der Wahrheit kommen sie nicht weiter, wenn Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer im Kampfmodus sind.“

 

Die beiden anderen Teile findet Ihr hier:

Die Frauenquote, Teil 1: Wieviel darf’s denn sein?

Die Frauenquote, Teil 2: Nur etwas für Nesthäkchen?

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