Nurture vs. Nature bzw. Anlage-Umwelt-Debatte

Ich stelle mal ganz allgemein zur Diskussion, welchen Anteil an den Geschlechterrollen ihr eher im biologischen Teil und welchen Anteil ihr im sozialen Teil seht bzw. welchen Anteil haben gesellschaftlich errichtete Geschlechterrollen und welchen Anteil hat die Biologie?

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6 Kommentare zu „Nurture vs. Nature bzw. Anlage-Umwelt-Debatte“

  1. @ Christian, ich glaube das ist etwas viel zu hoffen das unsere Mainstream sich das Thema mal annimmt. Leider ist auch wenig mit deutschen Untertitel, die ganze Serie besteht aus 7 Programmen von 45 Minuten je, behandelt ua Themen wie Homosexualität und Berufwahl, sexuelle Promiskuität der modernen Frau, gewaltbereitschaft der Frauen, alles unter den Titel Hirnwäsche. Die Serie hat bewiesen das etwa jede politisch Korrekte Behautung über die moderne Frau falsch ist und alles mit viel Humor und kein Fachchinesisch.

  2. Ich denke, die Übergänge sind da fließend bzw. die gesellschaftlich errichteten Geschlechterrollen sind größtenteils biologisch verursacht. Blöd ausgedrückt: ´s hat sich halt so ergeben. War das jetzt zu ungenau oder schlicht am Thema vorbei?
    [Edit] Da Hormone einen teils nicht unerheblichen Einfluss auf das menschliche Verhalten haben [Testosteron bzw. Testosteron/Cortisol], finde ich dass zumindest ein Teil der Rollenbilder biologische Ursachen hat. Wobei es auch hier Abweichungen gibt, wofür mE zumindest zum Teil die Sozialisation verantwortlich ist. Aber das jetzt in Zahlen zu fassen fällt mir ehrlich gesagt ziemlich schwer. [/Edit]

  3. Ich glaube nicht, dass die Frage so allgemein zu beantworten ist. Anlage und Umwelt spielen ineinander, Natur und Kultur formen sich gegenseitig.

    Bestimmte Dispositionen kommen nur unter bestimmten Umweltbedingungen zum Tragen, und natürlich wird über lange Zeiträume hinweg unsere Natur auch durch unsere Kultur geformt. Die sexuelle Selektion ist dafür das beste Beispiel.

    Gerade beim Geschlecht wird es dann besonders kompliziert, weil wir es hier nicht mit einer binären Aufteilung, sondern mit vielen, vielen Graustufen und bisweilen fließenden Übergängen zu tun haben. Was natürlich auch nicht heißt, dass bestimmte Tendenzen nicht bei einem Geschlecht gehäuft anzutreffen wären.

    Die Zauberformel heißt hier: Im Schnitt.

    Im Schnitt haben Männer und Frauen unterschiedliche Anlagen. Sie haben in der Tendenz unterschiedliche Interessenlagen und unterschiedliche Begabungsmuster, wobei da die Übergänge fließend sind.

    Männer sind im Schnitt größer als Frauen. Dennoch gibt es natürlich Frauen, die größer sind als viele Männer und Männer, die kleiner sind als viele Frauen.

    Würden sich alle Menschen diesen Umstand einmal klar machen, wäre das das Ende der Geschlechterdebatte. Dann würden Genderkrieger Verteilungsunterschiede im Ergebnis nicht mehr automatisch für einen Beweis für einen ungerechten Verteilungsprozess halten und gleichzeitig könnten Konservative sehr viel lockerer, entspannter und toleranter mit Menschen umgehen, die hier und da mal aus der Geschlechternorm fallen.

  4. Ich halte die Diskussion über die (vorhandenen oder nicht vorhandenen) natürlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen für eine akademisch interessante Frage, die aber außerhalb der akademischen Welt nur vom Wesentlichen ablenkt: Wollen wir als Gesellschaft die Gleichheit von Männern und Frauen in allen Lebensbereichen erreichen? Wenn nein, dann ist die Ursache für die bestehende Ungleichheit unwesentlich. Wenn ja, stellt sich nur mehr die Frage nach den zulässigen Mitteln für die Gleichstellung und nach der Messung des Erfolgs. Der ständige Verweis auf die (angebliche) natürliche Gleichheit von Mann und Frau wird nämlich derzeit je nach behandeltem Spezialfall strategisch aus der Tasche gezogen oder verschwindet auch wieder in der rhetorischen Tasche. Bei Führungspositionen in der Wirtschaft wird die angebliche natürliche Gleichheit von Mann und Frau als vorgebliche Tatsache vorausgesetzt, bei der gesetzlichen Regelung von Karenz und (Ob-)Sorge wird die angebliche natürliche Ungleichheit von Mann und Frau wieder als Begründung herangezogen. Letztlich ist es aber für die Ziele der Gesellschaft völlig unerheblich, ob Männer und Frauen tatsächlich von Natur aus gleich sind, weil wir als Gesellschaft praktisch nie die natürliche Ausgangslage einfach so akzeptieren. Wenn wir die Natur einfach so akzeptieren würden, dann gäbe es keine Unterhaltszahlungen für getrennte Ehefrauen, keine Polizei, keine Gerichte, keine Heizung, keine Medizin, keine Häuser und keine Kleidung. Aber es sagt sehr viel über unsere Gesellschaft aus, dass die angebliche natürliche Gleichheit der Frauen nur dort eingesetzt wird, wo man damit eine gesellschaftliche, politische und auch rechtliche Frauenbevorzugung begründen kann.

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