Wer hat in den Beziehungen die Hosen an?

Einer der Punkte, der aus meiner Sicht innerhalb der Theorien zu den Geschlechtern oft zu kurz kommt, ist, dass ich Frauen in Beziehungen keineswegs als machtlos erlebe, sondern diese oft sehr viel zu sagen haben. Es gibt eben auch genug Männer, die „unter dem Pantoffel“ stehen und insoweit wenig zu sagen haben.

Die Position der Frau in vielen Beziehungen scheint mir nicht zu einer klassischen Theorie der Unterordnung zu passen; wenn ich schätzen müsste, dann würde ich sogar eher vermuten, dass die „Macht“ etwas mehr auf der Frauenseite liegt, auch wenn alle Varianten vertreten sind.

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11 Kommentare zu „Wer hat in den Beziehungen die Hosen an?“

  1. Bei mir war es immer so, dass mir viele Dinge einfach egal waren und ich daher der Frau die Entscheidung überlassen habe. Oftmals gibt man als Mann auch „des Frieden willens“ nach. Sollte man nicht, ist aber so.

    Mittlerweile bin ich froh, dass ich gar nicht mehr in die Verlegenheit komme, sehen zu müssen, wer die Hosen anhat. Die haben mein Sohn und ich an. Ich mehr als mein Sohn, aber er arbeitet dran. 😀

    Ich finde ja allein die Fragestellung schon extrem blöd. Sie spiegelt aber die Realität wider. Wahre Gleichberechtigung gibt es nur in der Fantasie.

  2. Frauen sind in Beziehungen natürlich nicht machtlos. Beide Partner wollen etwas voneinander. Damit haben sie auch einen Einfluss aufeinander. Die Behauptung des allumfassenden Patriarchats ist letztlich naiv, denn sie reflektiert die Handlungsmöglichkeiten von Menschen zu wenig.

    Diese Behauptung sagt, es gäbe eine männliche Herrschaft, die bis in den letzten Winkel des Lebens dringe. Aber es fehlt eben ein Machtbegriff, der klärt, wie Männer diese Herrschaft ausüben und wie sie sie erlangen können trotz offenkundiger Handlungsspielräume von Frauen. Macht muss man durchsetzen. Sie funktioniert nicht von alleine. Dazu muss man einen Willen entwickeln und diesen letztlich jemanden antragen, der ihn erfüllen soll. Wie soll das also in konkreten Beziehungen geschehen können? Der durchschnittliche Mann verfügt vermutlich über wenig echte Herrschaftsmittel, er kann weder viele Anreize setzen noch besonders viel Drohpotenzial entfalten. Umgekehrt sind Frauen in der Lage, einen Willen zu entwickeln und diesen in die Aushandlungsprozesse mit ihrem Partner einzubringen. Sie kann also „nein“ sagen, wenn der Mann etwas durchsetzen will. Und wie soll er dann diesen Widerstand überwinden können?

  3. Um das beantworten zu können, muss man erstmal definieren, was es heißt, die Hosen anzuhaben. In manch einer Beziehung scheint es häufig so als habe der Mann die Hosen an, aber im Hintergrund entscheidet alles die Frau. Daher finde ich die Fragestellung viel komplexer als hier beschrieben.

    1. „In manch einer Beziehung scheint es häufig so als habe der Mann die Hosen an, aber im Hintergrund entscheidet alles die Frau“

      Ja, da würde ich durchaus zustimmen. Er vertritt nach außen, aber häufig eben auch ihre Meinung.

      „Daher finde ich die Fragestellung viel komplexer als hier beschrieben.“

      Ich habe es erstmal bewußt offen halten wollen, aber deine Richtung der Antwort finde ich sehr interessant. Selbst bei einem Auftreten des Mannes nach außen muss es nicht an Mitsprachemöglichkeit der Frau fehlen

      1. In einer Sitcom die ich mal gesehen habe gab es mal folgenden Dialog:
        Mann: „Ich habe in unserer Beziehung die Hosen an!“
        Frau: „Ja, aber ich bestimme welche du anziehst.“

      2. Gerade in muslimischen Familien habe ich oft gesehen, dass der Mann zwar nach außen als das Oberhaupt auftritt, aber eigentlich die Frau so gut wie alle Entscheidungen trifft und er diese quasi nur nach außen weiterträgt.

  4. interessant, dass du die Metapher „Hosen anhaben“ als Synonym für „Macht haben“ verwendest 😀
    Ich glaube, das Spektrum da ist sehr weit.. klassisch definiert würde ich sagen, dass meine Frau daheim „mächtiger“ ist als ich, da sie mehr entscheidet. Das aber nur, weil mir vieles schlicht nicht so wichtig ist. Solange es an den Strand geht, ist es mir absolut wurst, welches dorf wir da ansteuern. Parkettbodenholzfarbe? Auch wurst, solange es was Stabiles ist (natürlich tut man interessiert).
    Entscheidungen die mir wichtig sind, um die kämpfe ich dann aber (Walldorfschule für die Kinder? Ein no-Go für mich)

  5. Schau mal nach Briffault’s Law. Es kommt keine Beziehung zustande, wenn Frau sich davon keine Vorteile verspricht. Die einseitige Vorteilsnahme ist somit eine Gesetzmäßigkeit, die im Tierreich z.B. im Rahmen der Brunft als Paarung mit dem „stärksten“ und somit potentiell genetisch vorteilhaftesten Kandidaten umgesetzt wird. Generell sind Frauen in Beziehungen heute vielfach der dominante Part, gerade bei Kaufentscheidungen und sonstigen wirtschaftlichen Verfügungen, die in erster Linie der Mann bezahlt.

    1. „Einseitige Vorteilsnahme“ ist gut. Männer werden also mit gezückter Pistole vor der Brust gezwungen, Beziehungen einzugehen? Irgendeinen Vorteil müssen sie ja an einer Beziehung sehen, sonst würden sie sie nicht eingehen. Selbst wenn man so einseitig denkt, wie du offenbar, muss man sich eingestehen, dass Frauen zwar den stärksten Partner wählen, den sie kriegen können, Männer aber die schönste Frau, die sie bekommen.

    2. @Maennerstreik

      Briffaults Law ist in dieser Allgemeinheit natürlich ungültig. Es gilt insbesondere dann, wenn das Weibchen die Kosten trägt, was bei vielen Säugetieren der Fall ist. Gerade in einer Langzeitbeziehung trägt aber das Männchen bei Menschen ebenfalls ganz erhebliche Kosten, so dass es auch wählerisch ist.

  6. Ja, wenn die Frau das sagen hat, dann ist es doch meist hamonischer, er muss es nur lernen dann ist es ganz einfach, aber die meisten wollen es ja so. Die Damen haben eher die Hemmungen sich klar zu äussern, Männer tun das sofort. Wenn das überwunden ist, dann geht es ganz gut – für beide – und für sie lohnt es sich doppelt…

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