Fundstück: Männertränen

Evilmichi fragte gestern, ob Jungs weinen dürfen. Ich finde einige Kommentare unter dem Artikel sehr wichtig. „Männer und ihre Gefühle“ ist sowieso ein wunderbares Thema für dieses Blog.

Aber bevor ich näher darauf eingehe (ich habe schon etwas in Planung, das sich – auch – damit beschäftigt), erst einmal ein wenig Material. Das Wiki „TV Tropes“, welches zum Beispiel auf Doppelmoral eingeht und dabei wie selbstverständlich Sexismus gegen Männer behandelt (neben Sexismus gegen Frauen und Sexismus gegen beide Geschlechter), hat einen Artikel namens Manly Tears.

Dabei geht es darum, wann Tränen von Männern akzeptabel sind. Es folgen zahlreiche Beispiel aus der Popkultur, aber auch aus dem wahren Leben (Real Life). Dabei wird unter anderem verwiesen auf den Artikel „When Is It Okay for a Man to Cry?“ aus dem Blog „The Art of Manliness“ (Untertitel: „reviving the lost art of manliness“).

Beide Quellen, also sowohl der TV-Tropes-Artikel als auch der Blogeintrag, sind eine Diskussion wert. Ich finde sie deswegen ansprechend, weil sie nicht normativ vorgehen („Wie sollte es sein?“), sondern positiv („Wie ist es?“) und sich daher nicht mit irgendwelchen Wunschvorstellungen befasse, sondern mit der Welt, wie sie im Moment ist. Außerdem nennen sie sowohl Positiv- als auch Negativbeispiele, was viel besser zur Unterscheidung geeignet ist.

Popkultur

Was wäre ein Blogeintrag ohne Popkultur? Diesmal liegt das Lied auf der Hand.

The Cure: Boys Don’t Cry

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9 Antworten zu Fundstück: Männertränen

  1. Neuer Peter schreibt:

    Man merkt, dass der Artikel von einem Amerikaner verfasst wurde.

    Das hier:

    „When It’s Not Okay For a Man to Cry

    1. When you favorite sports team loses. I get really into sports. But crying when men who don’t know you from Adam lose a game means you’ve got way too much invested.“

    ist für einen Europäer schlicht unverständlich. 😉

    • Michel D. schreibt:

      Wenn es in Ordnung ist, über den Sieg zu jubeln, warum soll mann über die Niederlage nicht weinen dürfen?
      Meine Meinung: Was zum Heulen ist, entscheidet der Weinende. Das geht Andere ganz einfach nichts an.

  2. maennerstreik schreibt:

    Das Thema gab es bereits vergangenen November als die @Faserpiratin Jasna Strick bei Twitter meinte, dass Männertränen ihr Gummibärensaft seien:

    http://maennerstreik.wordpress.com/2013/11/18/mannertraenen/

    Damals war das Thema wohl recht aktuell und es kursierten viele hämische bis zynische Bilder von Feministinnen mit Tassen, auf denen „Male Tears“ aufgedruckt war.

    • Graublau schreibt:

      Interessant, ich hatte das falsch in Erinnerung und dachte, es wäre von „Male Tears“ die Rede gewesen. Das machte ja später die Runde. Ich hatte „Male Tears“ immer als „Krokodilstränen von Männern“ verstanden. Sich über Tränen von Männen allgemein und insgesamt lustig zu machen, ist einfach nur abscheulich – aber das sind für mich Allgemeinplätze. Passend zum Artikel gibt’s zwei Beiträge von Erzählmirnix: Männerprobleme und Soziale Rituale unter Feministinnen.

      • maennerstreik schreibt:

        Die beiden Comics bringen die Grundstimmung von damals ziemlich genau auf den Punkt, die von Feministinnen und darunter übrigens auch von sehr vielen Piratinnen verbreitet wurde. Zur Erinnerung: Piratinnen sind diejenigen, die seinerzeit auf der Piratinnenkon einem männlichen Mitglied mit abweichender Meinung („post gender“) Hausverbot erteilt haben und Heulkrämpfe bekommen, wenn in einem der Foren ein Plugin unterstützt wird, das aus der Schreibweise mit Gender Gap- oder -Sternchen wieder lesbare Texte macht. Oder die in Dresden schonmal in Femen-Manier mit Sprüchen wie „Thanks, Bomber Harris“ posieren und hinterher jegliche Verantwortung dafür ablehnen wie eben die Piratin Anne Helm im #bombergate. Twitter und DonAlphonso haben dazu jede Menge Infos parat…

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